Der Mann misst wohl um die hundertzweiundsiebzig Zentimeter an Länge und zählt zweiundzwanzig Sommer. Sturmgraue Augen wohnen in seinem Antlitz, kühl wie ein heraufziehendes Unwetter über den dunklen Wäldern. Sein Haar fällt ihm wirr und ungezügelt um Stirn und Nacken, gleich einem Waldburschen, der mehr unter freiem Himmel denn in Hallen weilt.
Breit ist sein Wuchs und von gewaltiger Kraft, denn viele Jahre hat er in den Holzfällerlagern sein Brot verdient. Sein Leib ist fest wie Eichenholz, Schultern und Arme stark wie Balken, vom steten Schwingen der Axt gestählt. Man sieht ihm an, dass er mehr mit Eisen und Stamm denn mit Feder und Pergament vertraut ist.
An seiner linken Hand fehlt ihm ein halber Zeigefinger, welchen er in Kindestagen einbüßte – ein Opfer unbedachten Spiels oder harter Arbeit, wie es im rauen Leben wohl geschieht. Sein linker Arm trägt manch schmale und breite Narbe, Zeugen unzähliger Stunden des Schnitzens und Kerbens, da er Holz formte und zähmte. Jede dieser Male erzählt von Mühsal, Geduld und unbeirrbarer Zähigkeit.
So steht er da wie ein Sohn des Waldes selbst – von kräftiger Gestalt, vom Leben gezeichnet, doch stehts mit einem Lächeln auf den Lippen. Es mag junger Leichtsinn sein, doch nimmt er sein Dasein nicht so voll wie er es sollte, sondern lebt und liebt die Tage wie sie kommen und fallen.
